Unser Stern verhält sich derzeit recht seltsam - entgegen der Erwartungen der Wissenschaftler. Die Sonne ist so inaktiv wie lange nicht mehr. Irgendetwas läuft in ihr anders ab, was in keinem Modell vorher berechnet wurde. Aber was?
Eigentlich sollte die Sonne jetzt viel aktiver sein, als sie es derzeit ist. Das deutlichste Maß für die Aktivität sind die Sonnenflecken, auch ‚sunspots’ genannt. Sie sind ‚nur’ ca. 4.000°C heiß - 2.000°C kühler als die normale Sonnenoberfläche. Durch die Flecken strömen Magnetfeldlinien aus dem Sonneninneren hervor, wo die Temperatur bei mehreren Millionen Grad liegt. Die Sonnenflecken sind von Schleifen aus Magnetfeldlinien umgeben, welche Gas und Plasma transportieren. Wenn besonders viel Energie frei wird, löst sich das Plasma von der Sonne und wird ins All geschleudert. Das sind die so genannten Protuberanzen oder Sonnenstürme. Bei hoher Fleckenanzahl brechen viele Magnetfeldlinien durch die Sonnenoberfläche. Die derzeitige Fleckenflaute wird von Forschern mit einem entsprechend schwachem Magnetfeld erklärt.
Diese Tatsache wird als Naturkatastrophe gesehen, da dieses Verhalten nicht dem bisherigen zyklischen Verhalten der Sonne entspricht. Seitdem Mitte des 18. Jh. die Sonne systematisch beobachtet wurde, konnte man 23 je elfjährige Zyklen mit Aktivitätsmaxima und –minima sehen. Der 24. Zyklus sollte eigentlich schon 2007 beginnen mit einer Zunahme an Flecken und Protuberanzen – dies blieb allerdings weitestgehend aus. Auch jetzt in 2010 ist die Sonne auf Sparflamme. Im Inneren der Sonne scheinen grundlegende Veränderungen abzulaufen.
Aber auch weiter oben wurden Anomalien beobachtet. Die Strömung der Materie an der Oberfläche, wo unter anderem Magnetfeldreste zu den Polen getragen werden, und die unterschiedlich schnelle Rotation der verschiedenen Bereiche (Äquator, Pole) sorgen für die Umpolung des Sterns alle elf Jahre. Diese Strömungsgeschwindigkeit betrug etwa 3 km/h. Seit 2004 hat dieser Wert sich auf knapp 50km/h erhöht. Forscher vermuten als Folge davon eher eine Verminderung der Fleckenzahl. Auch die magnetische Flussdichte sinkt seit 15 Jahren um ca. 50 Gauß pro Jahr (1.500 Gauß sind nötig, um Flecken zu bilden). Hält diese Entwicklung an, gäbe es schon in fünf Jahren gar keine Flecken mehr.
Da die Sonne das Leben auf der Erde entscheidend mit beeinflusst, ist es wichtig, diesen Anomalien Aufmerksamkeit zu schenken.
Auch die zunehmend auf uns einströmende Photonenstrahlung aus dem Kosmos trägt hier sicherlich zu diesen Veränderungen bei, da unser Sonnensystem seit einigen Jahren in den Photonenring eingetaucht ist.
Manche Forscher sehen in diesen Entwicklungen den Beginn einer neuen Eiszeit, mit der man auch die kälteren Winter 2008/09 und 2009/10 erklären könnte. Andere Forscher sehen diese Phase als die Ruhe vor dem Sturm, wonach die Sonne in etwa 2 Jahren wieder deutlich aktiver wird und spätestens 2013 unseren Planeten mit extremen Sonnenstürmen befeuern wird. Dies hätte dann schwerwiegende Folgen für unser Gesellschaftsleben: Satelliten würden ausfallen und das Wetter könnte ungeahnte Ausmaße erreichen.
Maurice Forgeng


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