„Nur der Räume wegen bauen wir!“
Anschauen und betrachten gehen über das Sehen hinaus. In Abb.1 sind 2 dorische Säulen dargestellt. Der Zwischenraum hat die Form einer Vase. Die Säulen sind ohne die Vase nicht möglich und umgekehrt. Beide bilden eine sich gegenseitig bedingte Einheit. Diese Einheit gilt auch für: Bau und Raum.
Wenn wir von einem Raum sprechen und den gebauten Raum meinen, sehen wir diesen begrenzt von Boden-Wände-Decke. Abb. 3 oder im Lebensraum auf der Erde sind wir eingespannt zwischen oben, unten und seitlichen Grenzen (Abb. 2).
Diesen Begrenzungen haben wir Maße zugeordnet. Es ergeben sich: Entfernungen, Längen, Breiten, Höhen, Tiefen ...
Diese sind: Zählbar, meßbar, errechenbar, logisch-linear erfassbar als eine Quantität. Bei der materiellen Weltanschauung sind wir besonders im Alltag vordergründig auf den Gegenstand fixiert. Am obigen Beispielobjekt sind es die Säulen. Wir richten den Blickwinkel auf die dichteste Form.
Entsprechend seiner Anschauung gewöhnt sich der Materie-Mensch und dessen Auge so stark an das Sehen von Gegenständen, daß er im Laufe der Zeit nichts anderes mehr wahrnehmen kann. Das Andere ist für ihn „Luft“. Er meint damit, daß es für ihn keinen Wert besitzt und bleibt ungeachtet.
Die „Luft“ in den Zwischen-Räumen ist nicht das NICHTS. In entspannten, meditativen Phasen erkennen wir den Einfluss dieser feinstofflichen Materie und erfühlen, erleben, empfinden diese Qualität. Der gebaute Raum wird so zu einem Gefäß.
In diesem Gefäß bewegt sich der Mensch! Daher bauen wir weder für die Säulen, die Wände, den Städtebau, für symetrische Fassaden, sondern nur der Raum-Gefäße wegen bauen wir.
Die Schwingungen der Qualität sind ebenso meßbar und erfahrbar und zeigen Wirkung auf den Benutzer. Einen disharmonischen Musikklang im Radio stellen wir einfach ab mit: „off“. Im gebauten Lebensraum haben wir ebenso die Wahl zu entscheiden: Welchen Inhalt gebe ich meinem Raum-Gefäß?
Fülle ich es mit Sorgfalt, Hingabe, Würde, Achtung, Natur, Freude, Farbe, Weichheit, Weisheit, Licht, Proportion, Balance, Spiritualität, heiligen Symbolen, sinnvollem Tun, Lachen, Lieben, Lernen, Lehren ...
Darf dieser Raum ein heilender und heiliger Raum sein, der mich vom Haben zum Sein wachsen lässt? Mögen wir unseren Blick wesentlich werden lassen und fokussieren ihn auf den Inhalt unserer Raum-Gefäße.
Die Konzentration auf die dichte Masse der Gebäude und die kopflastige Forderung nach Verbesserung einer lebenswerten Architektur haben uns wenig vorwärts gebracht. Die Lösung liegt im raum-plastischen und quantenhaften Raum-Erschaffen.
Ich erlaube mir zu sagen, daß ein Gebäude in seiner Gestaltung, seiner Gestalt, immer ein Abbild des Bewußtseins, ein Ausdruck des persönlichen Paradigmas des Verantwortlichen darstellt (Planern, Ingenieuren, Architekten, Raumtherapeuten, Designern; die Bauerren geben ihre Vorstellung an uns ab).
Diese Verantwortung = in der Antwort sein, geht nur über den Weg: Von innen nach außen, welchen ich für die neue Zeit des Paradigmenwechsels für unabdingbar halte. Architektur ist Bau-Kunst. Diese Kunst kann sich im Außen nur über die Kontemplations-Innenschau sichtbar gestalten und erschöpfen lassen, im Ein-Klang mit dem EINEN. Dieses EINE wohnt in mir selbst. Bringen wir Raum-Bauer dieses Gefäß zum Schwingen.
Wir selbst sind das Gefäß
„Erkenne dich selbst“ steht am Tempel zu Delphi auf der Vorderseite, jedoch: Die Rückseite ist das Geheimnis ...
Unsere zugedachte Stellung in dieser Gesellschaft und in dieser wert-vollen Zeit hat eine immense Chance durch unser selbst-begreifen auch die neuen Räume zu begreifen. Dieses ist die Botschaft.
Es gibt über-all einen raum - Unser Herz-Space- der uns ermöglicht: Von jedem Ort aus, immer freudig auf unseren Erdplaneten, in unsere Landschaft, in unsere Stadt, in unser Büro, in unsere Be-Hausung zurückkehren. Ja, wir dürfen zu uns selbst zurückkehren und in uns selbst wohnen.
Áus dieser Ein-Sicht heraus bringen wir gemeinsam die Träume und Visionen zu unseren neuen lebendigen Lebensräumen in das Greifbare, um uns dort wieder von „etwas“ ergreifen zu lassen, welches einer höheren mehrdimensionalen Ordnung dient.
„Die beste Freude ist das Wohnen in sich selbst.“
Goethe
„Wo gehen wir hin? Immer nach Hause.“
Novalis
„Liebe das Bauen und du wächst in die Räume hinein.
Beate
© Copyright 2010 Beate Reiber







