Freiheit
Maurice Forgeng Topics - Spiritualität Friday, 22 April 2011 14:24 | Print |  E-mail
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Jeder Mensch auf diesem Planeten hat wohl den inneren Wunsch, frei zu sein. Das tun zu können, was man will. Doch meist leben die Menschen in Unfreiheit – entweder ganz offensichtlich oder weniger sichtbar. Nur die wenigsten Menschen sind auf dieser Welt nach ihrer Auffassung wirklich frei. Um zu wissen, ob man in Freiheit lebt, muss erst einmal definiert werden, was das bedeutet und wann man wirklich frei ist.

Zunächst kommt es darauf an, dass man sich seine Lebenssituation betrachtet und bewertet, von welchen Dingen und ebenso von welchen Menschen man sich in einer Abhängigkeit befindet. Denn durch Abhängigkeit entsteht Unfreiheit. Als weitere Ursachen sind hier Süchte und Zwänge zu nennen.

Heutzutage befinden wir uns, vor allem in der westlichen Welt des Materialismus, in einer Gesellschaft mit einer riesigen Vielzahl so genannter geistiger, körperlicher wie auch gesellschaftlicher Gefängnisse. Das heißt, es gibt sehr viele Dinge, die wir tun ‚müssen’. Diese Gefängnisse oder Einschränkungen im Einzelnen zu nennen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen – es sind eben so viele.

Hier soll nicht behauptet werden, dass alles, was wir tun ‚müssen’ schlecht ist, es soll einfach nur genannt werden, um es in unser Bewusstsein zu rücken.

Aus körperlicher Sicht müssen wir atmen, essen (wobei dies nicht mal unbedingt nötig wäre …wir berichteten), trinken und schlafen. Unsere geistigen Gefängnisse sind beispielsweise ein ständiger Gedankenfluss in unserem Kopf, Ängste, Dogmen, Vorurteile etc. Daneben existieren nun auch noch einige gesellschaftliche und kulturelle Gefängnisse, welche uns von klein auf beigebracht wurden. Das sind all unsere Verhaltens- und Höflichkeitsregeln, Gesetze, Vorschriften, Verbote. Manche sind sicher sinnvoll, andere jedoch in Frage zu stellen, sofern sie deutlich unsere Entwicklung und somit unsere Freiheit einschränken oder blockieren.

Ganz entscheidend ist dabei die Frage: bin ich denn überhaupt bereit, aus diesen Gefangenschaften auszutreten und in ein freies Leben zu gehen? Viele Menschen sind sich dieser Entscheidung nämlich zu bequem. Sie verharren lieber in alten Mustern, welche ja noch irgendwie laufen. Teilweise aus Gewohnheit, teilweise aus Angst vor Veränderungen, da man ja etwas, meist Materielles oder gewisse Sicherheiten, verlieren kann. In diesem Falle verliert man dies womöglich auch ein Stück weit, aber man gewinnt dadurch auch etwas – mehr Selbstbestimmung und somit mehr Freiheit.

Dann muss man sich natürlich auch die Frage stellen: was hat das für Konsequenzen für mich, wenn ich von allem frei bin, was mich in meiner Entfaltung einschränkt? Will ich das überhaupt – wirklich frei sein? Erst, wenn die letzte Frage mit einem deutlichen ‚Ja’ beantwortet wird, ist das die Grundlage, um aus seinen ungeliebten Gefängnissen auszubrechen.

Doch was sind die Konsequenzen oder Auswirkungen, welche das Freisein mit sich bringt? Im Prinzip das Gegenteil von dem, wenn wir in unseren Gefängnissen verharren. Solange wir gefangen sind, sind wir unter Kontrolle, fremdbestimmt, manipuliert und handeln im Sinne anderer. Das heißt, je freier wir sind, desto eigenständiger und verantwortungsbewusster leben wir. Wenn wir uns aus den Fesseln befreien, müssen wir natürlich selbst entscheiden, wo wir im Weiteren hin wollen.

Uns stehen jederzeit Möglichkeiten zur Verfügung, unser Leben anders und freier zu gestalten. Nur kommt es darauf an, die richtigen Fragen zu stellen und – es zu wollen.

 

Maurice Forgeng